Ist brauner Zucker gesünder als weißer Zucker?

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Zucker ist das neue Fett. Kaum ein Lebensmittel ist so verrufen wie die süße Sünde. Sie soll dich dick, krank und süchtig machen. Leider schmecken viele Speisen, wie Kuchen, Schokolade oder Marmelade, aber gerade durch den Zucker so gut. Denn die Süße ist ein essentieller Geschmacksträger. Wie Fett eben auch.




Meist genutzt wird – ob in Rezepten oder zum Süßen – weißer Zucker. Der Unterschied: Er ist vor allem feiner als brauner Zucker. Manchmal nutzen wir zwar Honig, Sirup oder Agavendicksaft, aber am Ende ist der Haushaltszucker der Hauptzucker, also Saccharose.




Doch wegen der Sorge um die eigene Gesundheit sind viele Menschen auf der Suche nach einer Alternative. Zuckerersatzstoffe haben allerdings auch nicht den besten Ruf, viele rufen Verdauungsbeschwerden hervor (kennen wir von zuckerfreien Süßigkeiten) oder haben exorbitant viele Kalorien. Da ist dann letztlich nicht viel bei gewonnen in der Ernährung. Aus diesem Grund greifen viele Gesundheitsbewusste zu braunem Zucker oder Rohrzucker – in dem Glauben, dieser sei gesünder und sie tun ihrer Ernährung mit dem vermeintlich “gesunden Zucker” etwas Gutes. Doch sind brauner Zucker oder Rohrzucker wirklich gesund?

Ist brauner Zucker gesünder als weißer Zucker? Kalorien

Um herauszufinden, ob brauner Zucker gesünder als weißer Zucker ist, lohnt sich zuerst ein Blick auf die Kalorien. Die gibt es nämlich in jedem Zucker – egal ob braun oder weiß, egal ob Haushaltszucker, brauner Zucker oder Rohrzucker.

Die Antwort überrascht aber: In Kalorien nehmen sich die beiden Sorten allerdings nichts, brauner Zucker und weißer Zucker kommen beide auf 400 Kalorien je 100 Gramm. Da ist die Farbe also nicht entscheidend.

Unterschied von braunem Zucker und weißem Zucker: Karies

Wenn es schon bei den Kalorien nichts ist, kann brauner Zucker im Unterschied zu weißem Zucker dann wenigstens weniger unsere Zähne angreifen? Leider müssen wir dich hier enttäuschen, in dieser Hinsicht ist mit braunem Zucker im Gegensatz zum Haushaltszucker nichts gewonnen.




Auch für die Zähne macht die Farbe der Süße keinen Unterschied. Brauner und weißer Zucker sind beide schlecht für die Zähne und fördern die Kariesentstehung. Heißt im Klartext also, dass es beim Zucker egal ist, welchen wir essen. Die Zähne leiden unter Saccharose, braunem Zucker oder Rohrzucker gleichermaßen.

Ist brauner Zucker wirklich so gesund?





Leider nein. Bei braunem Zucker handelt es sich genau genommen um ein Zwischenprodukt, aus dem in der weiteren Verarbeitung weißer Zucker entsteht. Er enthält noch Reste von Melasse, wovon die dunklere Farbe stammt.

Theoretisch enthält die braune Variante dadurch zwar etwas mehr Mineralstoffe, allerdings in so geringen Mengen, dass diese keine gesundheitliche Auswirkung haben. Übrigens ist auch die Bio-Variante nicht gesünder. Im Fall von Bio ist lediglich das Ausgangsmaterial ein anderes. Eben in Bio-Qualität, was ja meist immerhin ein bisschen besser ist für die Umwelt.

Rohrzucker gesund: Ist brauner Zucker dasselbe wie Rohrzucker?

Nein, auch zwischen braunen Zuckersorten muss noch einmal differenziert werden. Brauner Zucker wird aus Zuckerrüben, Rohrzucker wiederum aus Zuckerrohr gewonnen. Doch auch Rohrzucker ist nicht gesünder als weißer Zucker.

Einen gesundheitlichen Unterschied gibt es zwischen weißem und braunem Zucker also nicht. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass brauner Zucker meist deutlich schneller verdirbt, da er einen höheren Wassergehalt aufweist.




Übrigens: Auch wenn Zucker ungesund ist, gilt hier wie bei vielem: Auf die Menge kommt es an. Wer auf versteckte Zucker in Lebensmitteln achtet, kann beherzt auch mal einen Kuchen mit ganz normalem Zucker backen.